Chancenlos auf dem Arbeitsmarkt mit 50+

Die Chancen auf Unabhängigkeit von Transferleistungen sinken für Menschen ab 50 schnell ab (Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de)

Die Chancen auf Unabhängigkeit von Transferleistungen sinken für Menschen ab 50 schnell ab (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Obwohl die Arbeitslosenzahlen sinken, ist für arbeitslose Menschen über 50 die Chance, wieder einen neuen Arbeitsplatz zu finden, relativ gering. Die meisten Unternehmen sind nicht bereit, diese Altersgruppe bei Einstellungen zu berücksichtigen. Kündigungen kommen oft unerwartet durch Insolvenzen oder Personalabbau – die Entlassenen trifft i. d. R. keine Schuld.

Sollten Menschen dieser Altersgruppe dennoch  etwas auf dem Stellenmarkt finden so müssen sie oftmals weit unter ihrer Qualifizierung arbeiten. Viele nehmen das so hin, um letzten Endes nicht vom Staat abhängig sein zu müssen.

Diejenigen, die von staatlichen Mitteln abhängig werden, müssen an entsprechenden  Trainingsmaßnahmen teilnehmen wie z.B. Bewerbungs-Unterlagen erstellen, Vermittlung von Praktikas etc., was aber letztlich nicht zu einer wirklichen Stellenvermittlung führt.

Wie sich das vor allem für gut ausgebildete Akademiker und Fachkräfte anfühlt, die vorher in guten Jobs waren, kann man sich denken. Für Firmen sind Praktikanten eine gute Lösung, sie kosten nichts oder sehr wenig und man kann sie nach dem Praktikum wieder nach Hause schicken. Der nächste Praktikant wartet ja schon. Der Arbeitslose dreht sich in diesem Falle wie ein Hamster im Rad, kommt aber nie ans Ziel. Selbst Anreize und Zuschüsse von Seiten der Arbeitsverwaltung sind bisher gescheitert. Also bringt man die älteren Menschen nicht einmal mehr mit Lohnzuschüssen in Arbeit.

Ein erster und guter Schritt zur allgemeinen Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt  wäre z.B. - wie in vielen Staaten schon Usus - die anonyme Bewerbung. Diese enthält kein Alter, kein Foto, kein Geschlecht,  keine Nationalität. Hier ist alleine nur die Qualifikation ausschlaggebend und sonst nichts. Aber wenn es womöglich nur um jung sein und gutes Aussehen bei der Arbeitssuche geht, wo kommen wir dann leistungsmäßig hin in  Zukunft. Haben Betriebe außergewöhnliche Arbeitsleistungen und Mitarbeiter,  die innovativ denken vielleicht gar nicht mehr nötig. Wenn ja, dann haben wir gleichermaßen die Erklärung  für diesen  Schiefstand bei  den  Einstellungen.

Ganz erklärbar ist diese Situation auch in Anbetracht dessen nicht ganz, dass uns in 10 – 15 Jahren ein ganz erheblicher Arbeitskräftemangel  bevorstehen könnte, der sich evtl. über die 3 Mio. Marke hin bewegen kann. Aber vorausschauend handeln ist so eine Sache!! Geht ja auch so….noch!

Bilden wir dann wieder mal das Schlusslicht, wenn es soweit kommen sollte und stehen dann da wie der Ochs am Berg. Wahrscheinlich!

Bericht: Erika Winterhalder

1 Kommentar zu „Chancenlos auf dem Arbeitsmarkt mit 50+“

  • Was sich dabei gedacht wird jahrzehnte langes Wissen einfach fortzuschmeißen - mehr ist es ja nicht - wenn 50+ Menschen auf die Straße gesetzt oder für einen Hungerlohn eingestellt wird, ist mir völlig unklar! Ich bin selbst 50+ und schwerbehindert und arbeitslose Frau gewesen, also 3fach nicht akzeptabel für ein verworrenes Wirtschaftsspiel. Nach jahrelanger, zermürbender Erwerbslosigkeit bin ich jetzt soweit mich selbständig zu machen. D.H. eine Geschäftsidee, die Haustierbetreuung steht schon und der Aufbau eines Direktvertriebes
    läuft allmählich an. Dort erhalte ich sehr viele Hilfen und man springt auch finanziell nicht sofort ins kalte Wasser, was bei einer “normalen” Selbstständigkeit sehr wohl der Fall sein kann. Eine Alternative für Menschen die Menschen mögen und Tiere lieben. Nähere Auskunft, über den Aufbau “der anderen Art” nebenberuflich oder auch aus der Erwerbslosigkeit heraus, gebe ich gerne!
    Ich wünsche allen die meine Zeilen lesen viel Kraft und Besinnung, dass sie ihren Weg finden. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!

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